Humanity and Paper Balloons
Japannual
Sadao Yamanaka | JP 2026 | 86 min | OmeUMit: Chojuro Kawarasaki, Kan'emon Nakamura, Tsuruzo Nakamura, Choemon Bando
In einem beengten Elendsviertel der Edo-Zeit sorgt der Selbstmord eines mittellosen Samurai für eine bedrohliche Stimmung in einer Gemeinschaft, die ohnehin schon mit Armut, Kriminalität und sozialem Niedergang zu kämpfen hat. Zu den Bewohnern gehört Unno, ein ehemaliger Samurai, der sich mühsam durchschlägt und dessen Frau die Papierballons herstellt, die dem Film seinen Titel geben. Unno klammert sich noch immer an den Glauben, dass der alte Ehrenkodex der Samurai noch Bedeutung hat, und hofft, dass Mori, ein niedriger Samurai, dessen Position einst von Unnos verstorbenem Vater gesichert wurde, ihm zu Hilfe kommen wird. Doch Mori hat wenig Interesse daran, alte Verpflichtungen einzulösen. Unterdessen veranstaltet der Friseur Shinzo illegale Glücksspielrunden und verstrickt sich in einen Plan zur Entführung von Omoka, der Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns. Omoka wird zu einer arrangierten Ehe mit einem adeligen Samurai gezwungen, obwohl sie in jemanden anderen verliebt ist. Als Shinzo sie in Unnos Haus versteckt, prallen die verschiedenen Lebenswege der Nachbarschaft aufeinander und lösen eine Kette von Verrat und immer verzweifelteren Entscheidungen aus.
In seiner kurzen Karriere von nur sechs Jahren drehte Sadao YAMANAKA über 20 Filme (von denen nur drei erhalten sind) vor seinem frühen Tod im Jahr 1938. Sein letztes Werk Humanity and Paper Balloons ist nun bei Japannual zu sehen und es gilt als eine der herausragenden Arbeiten der japanischen 1930er Jahre. Es zeigt einen Blick auf eine vergangene Periode, die entgegen der üblichen Herangehensweise der Zeit nicht glorifiziert wird, sondern in all ihrer Armut und Tragik gezeichnet wird und das mit einer bitterbösen Prise Humor. Der Film hatte seine Premiere genau zu der Zeit, als YAMANAKA zur Armee eingezogen wurde, für einen Krieg, aus dem er nicht mehr zurückkehren sollte. An der Front in Nanking traf er Yasujiro OZU, einen seiner Bewunderer, den YAMANAKAs früher Tod kurz danach schwer betroffen machte. So ist dessen Anti-Samurai Film der letzte Film geblieben aus einer Karriere, die nicht stattfinden durfte.